Redebeitrag auf der Dieter Eich-Gedenk-Demo am 24. Mai 2013 | Anküdnigung | Bericht

Kontakte der Bucher Nazis (NW-Berlin / Barnimer Freundschaft)

Der Antifaschistische Putzspaziergang am 2. März machte die Verbindungen der Bucher Neonazis in die rechte Szene Berlins und Brandenburgs deutlich.
Zu Beginn des Spaziergangs versuchten sich Neonazis der „Barnimer Freundschaft“ unter die Teilnehmer*innen zu mischen, wurden jedoch enttarnt. Weiterhin provozierten Mitglieder der Gruppe mit Hitlergrüßen.

Hier in der Wiltberg Straße / Ecke Alt Buch hatten sich Neonazis vermummt auf einem der Balkone postiert. Einer von ihnen fotografierte die Teilnehmer*innen des Spaziergangs ab.
Antifaschist*innen enttarnten ihn. Es handelte sich um Christian Schmidt vom Nationalen widerstand Berlin.

Christian Schmidt ist der unmittelbare Kontakt der Bucher Neonazis zum NW-Berlin. Die Häufigkeit seines Erscheinens in den letzten Monaten lässt auf engere persönliche und politische Bindungen vor Ort schließen, die über seinen Job als Anti-Antifa-Fotograf hinausgehen.

hier ein paar Beispiele seiner Aktivitäten:

02. März
Während eines Antifa-Spaziergangs fotografiert Christian Schmidt mit seiner Kamera von einem Balkon in der Wiltbergstraße Antifaschist*innen ab.

19. April
Die.LINKE führt einen Infostand in der Fußgängerzone durch. Ein Neonazi provoziert die LINKE-Mitglieder, die Situation entspannt sich jedoch und der Stolze Deutsche lässt sich, recht angetan von Wissen der Linkspartei-Genossen, Nachhilfe in Geschichte geben.
Wenig später taucht Schmidt mit der Kamera am Stand auf und fotografiert DIE.LINKE-Mitglieder.

05. Mai
Mitglieder der Linksjugend Solid, die in Buch Flyer stecken waren werden am Kaufland von Christian Schmidt und David Gudra abfotografiert und bis zum Bahnhof verfolgt

19. Mai
Am 19. Mai folgen Christian Schmidt und zwei weitere Nazis eine Antifa-Spaziergang im nötigen Abstand. Später zeigen sie Mitglieder der Piratenpartei und der Linksjugend Solid an. Der Vorwurf: Sie hätten Schmidt angegriffen.
Ganz klare Sache: Solid & Piraten – die realsten Antifa-Strassen-Schläger im Block!

Witzig oder gar harmlos ist die Anti-Antifa-Arbeit jedoch nicht. Sie hat Folgen für die wenigen Linken die in Buch wohnen.

Einen Tag nach dem Antifa-Spaziergang, wird ein Teilnehmer des Spaziergangs am 03.März vor seiner Haustür von zwei Neonazis abgepasst und abfotografiert. Der selbe Jugendliche wird am 24. März von Neonazis gejagdt. Zwei Männer schützen ihn jedoch.

Das es dem NW nicht bloß um Einschüchterung geht, sondern um die Auslöschung von Menschen stellte die Struktur mehrmals unter Beweis.

Auf der Website des NW drohte die Organisation politischen Gegner*innen mit Sätzen wie:
„Strick um den Hals oder Kugel in den Bauch“ und veröffentlichte auf einer Chronik Bilder von politischen Gegner*innen.

Die Struktur ist Verantwortlich für eine Anschlagsserie gegen linke Läden Ende 2009 im gesamten Stadtgebiet. Was damals noch mit Glasbruch und Farbschmierereien begann mündete im November 2010 in offenem Terror. NW-Berlin-Mitglieder verübten einen Brandanschlag auf den Linken Infoladen M99. Wäre das M99 abgebrannt, hätten die Flammen auch das gesamte Wohnhaus betroffen, das über dem Ladengeschäft liegt.

Im Sommer 2011, genau zu dem Zeitpunkt wo sich ein Großteil der Berliner Linken im LSD-Ferienkommunismus befanden, startete der NW eine Angriffsserie gegen linke Projekte.
Es gab Brandanschläge gegen das Thommy Haus, die Kastanie, das Bandito und das Falken Jugendzentrum Anton Schmauch Haus. Im letzten Jahr brannten Neonazis Anton Schmauch Haus, was vor allem von Kindern und Jugendlichen genutzt wird, bis auf die Grundmauern nieder.

Auch die „Barnimer Freundschaft“, ein NPD-naher Kameradschafts-Freundeskreis aus Bernau und Eberswalde, schreckt vor Gewalt nicht zurück. Im Jahr 2005 verübten Teile der Gruppe unter anderem einen Rohrbombenanschlag auf den linken Bernauer Jugendtreff Dosto. So ist es nicht verwunderlich, dass Nazis – die damals an dem Anschlag beteiligt waren – auch jetzt zum Kreis der „Barnimer Freundschaft“ gehören. Und genau so wenig verwunderlich ist es, das gerade von der „Barnimer Freundschaft“ Bedrohungen und Angriffe gegen das DOSTO und dessen Jugendliche ausgehen.

Die Unterstützung der Bucher Neonazis durch Christian Schmidt ist einzuordnen in eine Aufbau-Arbeit des NW-Berlin, den die Struktur seit anderthalb Jahren im Berliner Umland forciert. Neuanwerbung unpolitischer Jugendlicher haben sich für die Berliner Nazis, zu mindestens was die Quantität anbelangt, als brotlose Kunst erwiesen. Also arbeitet der NW mit dem was in den Randbezirken und um Umland an willigen Nazis vorhanden ist.

Egal ob Buch, Hennigsdorf, Oberhavel oder Rudow –
Der Kampf gegen die lokalen Nazibanden ist auch immer der Kampf gegen die Nachwuchs- und Umland-Arbeit des NW-Berlin.

Darum: Den organisierten Neofaschismus zerschlagen!