Redebeitrag auf der Dieter Eich-Gedenk-Demo am 24. Mai 2013 | Anküdnigung | Bericht

MDC-Klinikum und Alltagsrassismus

Wir befinden uns hier in der Nähe des Wissenschaftscampus des Max-Dellbrück-Zentrum, Kurz MDC.

Das MDC ist internationaler Wissenschaftsstandort und zeiht viele Menschen mit internationalem Backround nach Buch zum arbeiten. Doch problemlos ist dies für nichtdeutsche oder nichtweiße Menschen keineswegs.

„Wissenschaftler aus über 57 Nationen sind hier tätig. Immer wieder klagen sie über Pöbeleien, auch Rempeleien auf dem Weg vom Bahnhof zum Bucher Campus“ Berichtet Dr. Ulrich Scheller, vom Bucher Wissenschaftscampus

In einer Gesprächsrunde zu den rechten Aktivitäten in Buch im März 2013 äußerten Vertreter*inne n des MDC, dass es zeitweise sogar die Idee gab nichtdeutschen Mitarbeiter*innen das Taxigeld für die Fahrt nach Prenzlauer Berg zu bezahlen.

Mitarbeiter*innen des MDC, die nicht in die Kategorie „weiß“ und „deutsch“ passen wird unter der Hand eraten nicht nach Buch zu ziehen. Auch MDC-Mitarbeiter*innen, die im Gästebereich des Campus wohnen klagen immer wieder darüber, dass sie keinen Kontakt zur Normalbevölkerung haben und dass ihnen nicht selten dumm hinterher  geglotzt wird.

Wenn tatsächlich erwogen wird eine Art Shuttle-Service zu bezahlen, damit Menschen mit nichtweißer Hautfarbe, die öffentlichen Verkehrsmittel der Region umgehen können, dann lässt das tief blicken, das es hier bedeutet in Buch sich als Nichtdeutscher zu fühlen.

Die Nazis, die Buch mit ihrer Propaganda vollkleben und die wir heute thematisiert haben, können wohl kaum sieben Tage di Woche / je 24 Stunden / die S-Bahnlinien zwischen Pankow und Bernau auf und abfahren, um Leute zu bedrohen.

Nein, es ist in der Regel die ganz normale Bevölkerung, von der diese Bedrohungen und Beleidigungen ausgehen!

Lasst uns darum nicht bloß über Nazis reden, sondern auch über die Pankower Zustände!

– In Heinersdorf, nicht weit von hier entfernt, wehrt sich derzeit eine Allianz aus Stadtpolitik-Bürger*innen, Vegetarieren*innen und den Rechtspopulist*innen der „FREIHEIT“ gegen den Bau einer türkischen Fleisch-Fabrik. Mit Rückblick auf die rassistischen Anti-Moschee-Proteste in Heinersdorf, die von 2006 bis 2009 anhielten, an denen sich fast ausnahmslos alle Heinersdorfer*innen beteiligten, bleibt der Protest gegen die geplante Halal-Fleischfabrik skeptisch zu betrachten.

– „Totschläger, Brandstifter und Pädophile“ polemisierten rechte Wutbürger im April 2012 in Weißensee gegen den Bau eines halboffenen Vollzugs für psychisch kranke Straftäter*innen. Und das mit Erfolg. Im Mai wurde den Klagen der Bürgerinitiative statt gegeben, der Bau wurde gestoppt.

Sumasumarum: In Pankow gründen sich eher Bürger*innen-Initiativen gegen Psychisch Kranke, Moslems oder Ausländer…

In den wenigsten Fällen aber gibt es einen massenhaften Aufschrei zu den Fragen sozialer Ungleichheit.

Schon lange werden Alt-Pankow und Weißensee als die Grün-Bezirke für Familien und gut verdienenden Mittelstand vermarktet – der Vorgarten des Prenzlauer Bergs wenn man so will. Gegen diesen Umbau der Pankower Stadtteile zugunsten der Besserverdienenden ist leider nur wenig Widerstand zu spüren.

Jeder einzelne muss sich fragen ob der Teil des Problems oder Teil der Lösung sein möchte.

Wie wär’s denn damit? –
Gegen steigende Mieten! Für eine Stadt in der alle Menschen Platz haben!
Für eine solidarische Gesellschaft ohne Ausgrenzung!

Hört auf mit eurem rechten Wutbürger-Getue! / Und macht mal was Vernünftiges!